Auch der Schulträger versicherte MDR SACHSEN, dass er an der Seite der Streikenden stehe. „Die Schulsozialarbeit ist eine wesentliche Säule an der Schule.“ Die Mitarbeiterin sei für alle da, kümmere sich um Probleme wie Mobbing, Suchtprobleme oder Schwierigkeiten der Schüler mit den Eltern, sagte SRH-Sprecherin Carolin Menz.
Wie viel Geld fehlt Kinder- und Jugendprojekten?
– 2024 flossen 33,6 Millionen Euro städtische Zuschüsse an freie Träger der Jugendhilfe in Dresden.
– Für dieses Jahr sind knapp 25 Millionen Euro eingeplant. Der Stadt zufolge beträgt die Finanzierungslücke zum Erhalt des Status quo 8,7 Millionen Euro – ohne einen Ausbau der Schulsozialarbeit.
– Die Freien Träger hatten für 2025 rund 40 Millionen Euro Bedarf angemeldet. Demnach reißt der Sparplan ein Loch von rund 15 Millionen Euro.
Quelle: Stadt Dresden
Die freien Träger verlangen indes vor der Ratssitzung am Montag, dass die Stadt die Kinder- und Jugendarbeit bedarfsgerecht finanziell ausstattet. Die „Kampagne Jugend und Gleichstellungsarbeit sichern“ auf das Sozialgesetzbuch VIII, worin die freie Jugendhilfe verankert ist. „Das ist keine freiwillige Leistung“, betonte die Sprecherin im Gespräch mit MDR SACHSEN.
Musikschule mit weniger Personal
Große Sorgen gibt es am Heinrich-Schütz-Konservatorium (HSK). Zwar soll die Musikschule laut Haushalt mit mehr als zwei Millionen Euro zusätzlich im Vergleich zu 2024 bezuschusst werden. Zugleich sollen von 50 festen Vollzeitstellen, die sich mitunter noch mehrere Lehrkräfte teilen, nur noch 30 Stellen bezahlt werden. „Damit würde sich die Musikschule drastisch verkleinern. Das Angebot würde deutlich eingeschränkt“, teilte die Fachberaterin für Tanz am HSK, Petra Steinert, den Eltern mit.
Online-Petition gegen Kürzungen gestartet
Inzwischen haben 15 Kultureinrichtungen in Dresden wie dem HSK, Kreuzchor, Theater der Jungen Generation sowie der Jugendkunstschule eine Online-Petition gestartet. Zu den Kürzungen heißt es darin: „Für Kinder und Jugendliche heißt das weniger Raum für Bildung und künstlerischen Austausch jenseits der Schule.“ Mehr als 20.000 Unterstützerinnen und Unterstützer haben die Petition bislang unterschrieben
Rathaus: „Unbedingte Ausgaben gesichert“
Laut Stadt Dresden ist die monatliche Finanzierung für unbedingte Ausgaben für die meisten Projekte der freien Jugendhilfe bis maximal Dezember 2025 gesichert. „Für einzelne Einrichtungen konnte die vorläufige Finanzierung über den 31. März 2025 hinaus jedoch nicht gesichert werden“, sagte eine Rathaussprecherin MDR SACHSEN mit. Man habe die Betroffenen rechtzeitig informiert. Eine Abhilfe oder ein Ausgleich sei im vollen Umfang nicht möglich. „Gemeinsam mit den Trägern sollen die dringendsten Bedarfe besprochen und Prioritäten in der Arbeit gesetzt werden.“